Spirituelle Übungswege - Achtsamkeit, Meditation, Yoga

Es gibt eine Fülle von spirituellen Übungswegen aus allen Kulturkreisen. Die hier erwähnten stellen nur einen kleinen Ausschnitt dar und sind mit keinem Werturteil verbunden.

Achtsamkeit

Achtsamkeit ist für mein künstlerisches Schaffen unerlässlich. Achtsam zu sein, bedeutet, sich bewusst zu sein, was im gegenwärtigen Augenblick in uns und um uns herum geschieht. Wir können die Achtsamkeit auf unseren Körper und auf einfache alltägliche Handlungen und Bewegungen richten - auf das Gehen, das Öffnen oder Schließen einer Tür, das Trinken des Tees, das Essen des Brotes – oder das Schaffen eines Kunstwerks.

Ein anderes Feld unserer Achtsamkeit ist unser Geist. Wir werden uns bewusst, wie rege unser Geist ist, welche Gedanken wir haben, welche Gefühle in uns vorherrschen und von welchen Motiven unser Sprechen und unsere Handlungen gelenkt werden.
Raumschmuck Sonnenscheibe Gerste
Wir können die Achtsamkeit auch auf unsere Umgebung richten und unsere Beziehungen zu Mitmenschen, Tieren oder zur Natur anschauen. Wir können bewusst wahrnehmen, welche Art von Kommunikation stattfindet.
Alles was wir denken, sagen und tun können wir durch unsere Achtsamkeit beleuchten. Indem wir uns dessen bewusst werden, haben wir auch die Wahl zu entscheiden, ob wir so weitermachen oder etwas ändern möchten. Wir sind bereit, unseren Geist immer wieder für die kleinen und großen Wunder des Lebens zu öffnen: für eine Blume am Wegrand, ein Eichhörnchen, das von Ast zu Ast hüpft, das Lächeln eines Kindes, die Wolken, die am Himmel entlangziehen, die Regentropfen, die ihr eigenes Lied singen.....
Wenn wir schwierigen Gefühlen wie Ängsten, Ärger, Verzweiflung begegnen, können wir sie erkennen und voller Mitgefühl umarmen; so lassen wir uns nicht länger von ihnen dominieren. Dadurch lösen wir uns immer mehr von Verhaltensweisen, die uns selbst und andere leiden lassen. Tiefe Freude und Glück können aus dieser Transformation entstehen.

Was ist Meditation?

Durch Meditation können wir tiefere Einblicke in das eigene Selbst erhalten. Wir sind es gewohnt ständig zu denken, unser Geist ist ähnlich einem See ähnlich, dessen Wellen immer in Bewegung sind. Erst wenn die die aufgeregte Gedankentätigkeit zur Ruhe kommt, können wir tiefer in uns hineinschauen. Das Wort "Meditation" (Sanskrit: dhyāna n. "Meditation, Versenkung, Nachsinnen") kommt aus dem Lateinischen und bedeutet "Nachsinnen".
Entspannung, Ruhe, Tiefe, Einsicht
Mann vor Sonnenscheibe
Meditationstechniken wurden in vielen Kulturkreisen entwickelt.
In der Meditation geht es darum, die Gedanken zur Ruhe zu bringen. Der Zustand in der Meditation ist ähnlich dem Tiefschlaf, nur dass Körper und Geist wach sind.  Auch aus medizinischer Sicht sind sie sinnvoll, Alltagsstress und Hektik abzubauen und zur inneren Ruhe zu finden. Meditation kann der Schlüssel sein zu mehr Positivität, inneren Frieden, Kreativität und Lebensfreude. Schon 10-15 Minuten täglicher Übung bringen mehr Ruhe und Gleichgewicht in unser Leben. Im meditativen Zustand gehen die Gehirnwellen in den sogenannten Alpha-Modus über. Dieser Zustand ist einer der kreativsten Geisteszustände überhaupt und oft entstehen ganz erstaunliche Einsichten und es entstehen überraschende Ideen.
Was ist der Alpha Zustand?
Der Alpha Zustand ist ein Bewusstseinszustand zwischen Tagesbewusstsein und Schlafen. Er liegt – wissenschaftlich betrachtet – im Bereich zwischen 8 und 12 Hz, was mit einem EEG (das ist die Abkürzung für Elektroenzephalografie) gemessen werden kann. Der Alpha Zustand zeichnet sich durch folgende Eigenschaften aus: geringe Gedankenaktivität, klare Präsenz,  mentale Ruhe, körperliche Entspannung, wache und gute Wahrnehmung. Viele Menschen geraten bei der Bewegung in der Natur, z.B. beim Bergwandern, in den Alpha-Zustand. Ebenso viele Menschen erleben den Alpha-Zustand als ‚Flow‘ in ihrem kreativen Schaffensprozess. Aufgrund der verfeinerten Wahrnehmung, in der alle Sinne geschärft sind, ist man besonders aufnahmefähig und es entstehen unerwartete, heilsame oder kreative gedankliche Assoziationen, ganz ohne Zwang, wie von selbst – vielleicht gerade deshalb, weil nun das hektische Alltagsbewusstsein zur Ruhe kommt und so Raum entsteht für Neues.
Meditation oder andere Entspannungsübungen, wie beispielsweise die progressive Muskelentspannung aber auch Autogenes Training, aber auch künstlerische oder handwerkliche Tätigkeiten und Bewegung können uns dabei unterstützen. Der Flow ist eben auch ein Alpha-Zustand. 
Buddha Figur
Einfache Anleitung für die erste Meditation
Suche dir einen Ort, an dem du für die nächsten 15 Minuten ungestört bist.
Setze dich sich mit geradem Rücken auf einen Stuhl – bitte nicht anlehnen - oder im Schneidersitz auf ein Kissen.
Nimm eine bequeme Position ein, leg die Hände auf die Oberschenkel.
Nun schließe die Augen halb, senke den Blick leicht nach unten, ohne etwas im Raum zu fixieren
Beobachte nun auf deinen Atem, ohne etwas an ihm zu verändern. Zähle jeden Atemzug: Einatmen 1, Ausatmen 2, Einatmen 3, Ausatmen 4 – bis 10, dann fange wieder bei 1 an.
Spüre, wie sich beim Atmen dein Brustkorb und dein Bauch gleichmäßig heben und wieder senkt.
Wenn deine Gedanken abschweifen, nimm sie wahr, lasse sie dann wieder los und lenke dann deine Aufmerksamkeit sanft wieder auf den Atem zurück.
Wenn du nicht mehr weißt, bei welcher Zahl du stehengeblieben bist, fange einfach wieder bei 1 an.
Wenn du spürst, dass dein Atem ruhig und gleichmäßig geht und du deinen Gedankenstrom beruhigen konntest, bist du in der Meditation. Du kannst jetzt langsam aufhören zu zählen. Bleibe noch einige Minuten sitzen und spüre, wie allmählich eine innere Ruhe einkehrt und du nur noch im Hier und Jetzt bist. Genieße diesen Zustand.
Wenn du bereit bist, öffnen langsam deine Augen wieder, strecke dich und bleibe noch 1 oder 2 Minuten so sitzen.
Spüre, bevor du wieder aufstehst, in dich hinein: Fühlt sich etwas anders an? Wie geht es dir jetzt?
Bleib dran! Meditieren kann jeder erlernen, der atmen kann, auch du. Es lohnt sich.
Was ist Yoga?
Yoga ist ein Übungsweg, der vor mehr als zweitausend Jahren in Indien entwickelt worden ist.
Dieser Übungsweg beinhaltet – wenn er den Traditionen des Hatha-Yoga folgt, Körperübungen, Atemübungen, Reinigungsübungen, Konzentrationsübungen, Meditationen und eine ständige Selbsterforschung. Yoga ist kein Sport, sondern eine ganzheitliche Lebenseinstellung.
Yoga Klangschalen
Yoga im Wandel der Zeit
Yoga versteht sich als Wissenschaft vom Menschen und hat in seiner tausende Jahre alten Geschichte viele Wandlungen erfahren. Jeder heute praktizierte Yogaweg ist richtig – für den Menschen, zu dem er passt. Das ist einer der Gründe, warum Yoga auch heute noch so zeitlos wirkt.
In den westlichen Kulturkreisen steht dabei besonders der Körper im Mittelpunkt, während es in der ursprünglichen Yogalehre eher darum ging, zu verstehen, wie unser Geist funktioniert und was wir tun können, damit er ruhiger, gesammelter und friedlicher wird.
Verbindung von Körper und Geist
Idealerweise verbinden sich beide Aspekte, so dass das die Bewegungen den Körper beweglicher und kräftiger machen und gleichzeitig den Geist beruhigen. Bereits eine kurze Yoga-Übungs-Praxis von 10 Minuten reicht aus, damit wir spüren können, was Yoga uns zu bieten hat: die Erfahrung der Verbindung von Körper, Atem und Geist und damit der Gesamtheit unseres Seins.

Kräftigung der Lebensenergie
Das, was wir außer der Atmung, der Kräftigung und Belebung noch als Resultat unseres Übens spüren können, ist das Strömen der Lebensenergie in uns, die im Yoga Prana genannt wird (vergleichbar dem Chi der Chinesen). Um Prana spüren zu können, braucht es ein kurzes Innehalten nach jeder Übung und ein längeres Nachspüren am Ende einer Übungsreihe. Im Anschluss an die Körperübungen werden im klassischen Hatha-Yoga Atemübungen gemacht. Eine 20-minütige Meditation kann sich an die Übungspraxis anschließen oder ihr vorausgehen.

Selbstverantwortung und Autonomie
Yoga soll gut tun und soll Spaß machen. Die Yoga-Praxis funktioniert mit Disziplin, aber ohne Zwang. So lehrt uns Yoga einerseits Selbstverantwortung und andererseits Autonomie. Wahrscheinlich wirkt er deswegen auch nach so langer Zeit noch so frisch und zeitlos auf uns und ist so erfolgreich.
Einen Yoga- und Meditationsraum einrichten
Raum mit Sonnenscheibe Gerste (2)
Folgende Tipps für die Raumeinrichtung haben sich bewährt:
So richtig zum Yogarefugium wird der Raum, wenn stilvolle Objekte, Skulpturen oder andere Kunstgegenstände für die richtige Atmosphäre sorgen. Massenware ist mit Vorsicht zu genießen, denn sie hat wenig energetische Ausstrahlung. Besser geeignet sind handgefertigte Unikate und exklusive Objekte mit spirituellem Bezug. Alternativ oder ergänzend hierzu können Naturobjekte wie schöne Wurzeln, Äste, Schneckenhäuser und dergleichen harmonisierend wirken.
Wandfarben wie hellgrün, lavendel oder beige wirken beruhigend. Auch gedecktes Weiß ist geeignet.
Gedämpftes Licht oder Tageslicht sind angenehmer. Ein Dimmer ermöglicht eine beruhigende Lichtstimmung, alternativ dazu sind Kerzen am Abend.
Ein Spiegel, der den ganzen Körper zeigt, unterstützt die korrekte Ausführung der Übungen zu Hause.
Wenn der Raum ein Fenster mit schönem Aussicht hat, sollte die Yogamatte mit Blick nach draußen ausgerichtet werden.
Ein freier Platz an der Wand, der Kopfstand und Co. ermöglicht, erleichtert das Erlernen von vielen Umkehrhaltungen.
Räucherstäbchen oder Duftöle wirken einstimmend auf die Übungsstunde.
Yogamatte, Decke und sonstigen Hilfsmittel wie Gurt oder Meditationskissen sollten griffbereit sein. Auch inspirierende Bücher können hier Platz finden.
Pflanzen sorgen für ein natürliches und angenehmes Ambiente.
Gerstenscheibe Yoga Meditation
Gerstenscheibe mittel Ø 77,5 cm